Die besten Lebkuchen der Welt

Ein Gastbeitrag von Anna Rogasch / die Muskatnuss.de

 

 

 

Da wir ja für’s Leben und nicht für die Schule (non scholae sed vitae) lernen, bin ich immer wieder davon begeistert, Beispiele angewandter Naturwissenschaften in meinem täglichen Leben wieder zu finden. So ist in meine Wohnung zum Beispiel maximale Entropie zu finden. Diese Größe beschreibt die Unordnung eines Systems und paart sich meist mit der  Bestrebung von Teilchen, sich wild im Raum zu verteilen. In der Chemie machen sie das mit Braun’scher Molekularbewegung, in unserer Wohnung ganz von alleine. Wobei die Größe der Unordnung im Verhältnis zur Bewohnerzahl hyperbolisch ansteigt, und durch diese Katalysatoren auch noch eine schier unglaubliche Beschleunigung erfährt (die Größe der Unordnung verhält sich hierbei indirekt proportional zur Größe des Bewohners). Dagegen hilft eigentlich nur noch ein großer resignierter Seufzer und das regelmäßige Ausmisten (siehe auch -> Augiasställe). Das wäre dann Sisyphusarbeit. Na bitte. Da hat sich die Schulbildung gleich gelohnt. Und wer nicht weiß wovon ich rede, ist bestimmt nicht weniger gebildet, sondern lebt alleine in einer dieser musterhaft reduzierten Ikebana-Wohnungen, die mir auf ewig verwehrt sein werden..

Das Chemielabor habe ich übrigens in meine Küche verlegt. Letztes Jahr bekam ich von einer Kollegin das Rezept für ihre göttlichen Elisenlebkuchen. Diese bestehen hauptsächlich aus Nüssen und sind unglaublich lecker. Ohne jegliches Backtriebmittel blieben sie bei mir aber relativ kompakt. Also habe ich mich an meine Englischen Kuchen- und Sconesrezepte erinnert und beschlossen, dem mit baking soda (=Natron) abzuhelfen - das stets etwas Säure braucht, um aktiviert zu werden. Klar, das schreit geradezu nach einem Versuch. Man muss nur ein wenig Natron in eine Schüssel geben und etwas Zitronensaft darauf träufeln: es reagiert sofort, und fängt wegen der Gasentwicklung wild an zu schäumen. Im Teig dagegen läuft das ganz ordentlich ab: Da sorgt es brav dafür, dass die Lebkuchen genau richtig aufgehen und tatsächlich ein noch feineres Aroma entwickeln (zu Natron und Nüssen siehe hier). Aber überzeugt Euch selbst!

 




(ca. 30 Stück)

  

  • 6 Eier
  • 375 g brauner Zucker
  • 1 EL Rum
  • evtl. 50 g Honig
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Lebkuchengewürz
  • 1 Msp. gemahlene Nelken
  • 400 g gemahlene Mandeln
  • 400 g gemahlene Haselnüsse
  • 75 g Orangeat
  • 75 g Zitronat
  • 1 TL Natron (baking soda)
  • 1 TL Zitronensaft
  • ca. 30 große Backoblaten

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  1. Eier, Zucker, Gewürze, Rum, Zitrone und Honig schaumig schlagen.
  2. Orangeat und Zitronat fein hacken und zusammen mit Nüssen und Natron unter die Eimasse rühren.
  3. Backbleche mit Backpapier auslegen und je 10 Oblater pro Blech darauf verteilen.
  4. jeweils 1 EL Teig auf eine Oblate geben und ein wenig flachdrücken (ich persönlich forme mit feuchten Händen Kugeln - das geht! - und drücke die platt, bevor ich sie auf die Oblaten lege). Aber nicht zu viel Teig pro Oblate, denn die Lebkuchen gehen ordentlich auf!
  5. Lebkuchen im vorgeheizten Ofen bei 180°C 25-30min backen.
  6. Wenn die Lebkuchen abgekühlt sind, kann man sie nach Belieben mit Schokoladenglasur oder Zuckerguss überziehen - ich persönlich mag sie so am liebsten.
  7. Lebkuchen in einer Blechdose aufbewahren, dann werden sie innerhalb weniger Tage schön saftig...

 

 

 

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