Teuer, teuer, Vanille

Das Magazin "Pfeffer" berichtet in der aktuellen Ausgabe 1/2018 wieder einmal über nochmal gestiegenen Vanillepreis. Wir möchten euch den Artikel nicht vorenthalten.

 

Weltweit beliebt: Lebensmittel mit echter Vanille

Teuer, teuer, Vanille

 

In jedem Sommer streiten sich Vanille und Schoko um den ersten Platz. Die beiden Eissorten führen die deutsche Beliebtheitsstatistik an – unangefochten und mit deutlichem Abstand zur Nachhut. In diesem Jahr könnte Schoko das Rennen allerdings für sich entscheiden. Denn die Kontrahentin hat ein Problem: Vier zu wenig Vanilleschoten treffen auf eine enorm hohe Nachfrage.

Coupe Dänemark, Birne Helene und der Spaghetti-Becher müssen sich warm anziehen. Für ihr Vanilleeis wird es auf dem Weltmarkt eng – und teuer. Schon die gering ausgefallene Vanille-Ernte 2015 (1.700 bis 1.800 Tonnen) ließ die Marktpreise in die Höhe schnellen: Der Kilopreis steig von 40 US-Dollar auf rund 160 US-Dollar an. 2016 dann fiel die weltweite Ernte, die stets mit einem halbjährlichen Produktionsverzug in den Handel kommt, wieder besser aus: Sie belief sich auf rund 2.400 Tonnen. Das versetzte der Preissteigerung jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: der Kilopreis im Sommer 2017 kletterte auf nie da gewesene 450 US-Doller, bei Bio-Vanille auf 550 US-Dollar.

Seither boomt die Nachfrage nach dem Gewürz, das in großen Mengen in Cola verarbeitet wird, wie nie zuvor. Weltweit erfreut sich der Vanillegeschmack mehr und mehr Beliebtheit. Zudem wünschen sich Verbraucher in Europa und den USA die „echte“ Vanille, sprich: „natürliches Vanille-Aroma“ und nicht „natürliches Aroma Vanille“. Letzteres darf aus beliebigen natürlichen Rohstoffen hergestellt werden, Ersteres muss aus Vanilleschoten gewonnen werden (EU-Aromenverordnung).

Dabei ist der Vanilleanbau ein aufwendiges Geschäft: Tausende von Kleinbauern müssen die Blüten der Orchideenart „Vanilla planifolia“ einzeln und von Hand bestäuben. Nach vier bis sechs Wochen entwickeln sich daraus grüne, längliche Kapselfrüchte. Wechseln sie ihre Farbe, nach etwa acht Monaten, ins Gelbliche, dann ist sie reif. Nach der Ernte beginnt eine mehrmonatige Fermentation, an deren Ende die dunkle Schote steht, die jedermann, in Glasröhrchen verpackt, aus dem Supermarktregal kennt.

Die echte Bourbon-Vanille, die einen Großteil der welternte ausmacht, stammt ausschließlich von den Inseln Réunion, den Komoren, Mauritius und vor allem Madagaskar. Im tropischen Klima fühlt sich die kostbare Orchideenpflanze wohl. Und sie treibt geradezu groteske Blüten: Infolge der enormen Marktpreise fürchten sich die dortigen Farmer vor Diebstahl. Daher ernten Sie nun frühzeitiger als gewohnt. Damit verringert sich jedoch der Vanillin-Gehalt in den Schoten, so dass in den weiterverarbeiteten Produkten mehr natürliches Aroma oder mehr Extrakt zum Einsatz kommen muss, um den bekannten Geschmack zu erzielen. Das wiederum schränkt das ohnehin knappe Angebot weiter ein. Und die Vanille wird ihrem Zweitnahmen „Königin der Gewürze“ mehr denn je gerecht.

(Pfeffer, das Gewürzmagazin, 1/2018)

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