Fisch aus der Spülmaschine

 

Seit Kurzem arbeite ich als Werkstudentin in einer PR-Agentur. Als meine Kollegen erfuhren, dass ich in meiner Freizeit gerne koche, schlugen sie vor, ich könne doch für sie kochen. Das einzige Problem: die Ausstattung der Agentur-Küche beinhaltet weder Backofen noch Herd. Weil mir die Idee aber irgendwie gefällt, suche ich nach einer anderen Möglichkeit zu kochen. Prompt erscheint ein Treffer, der mich stutzig macht: „Fisch aus der Spülmaschine“. Statt in der Pfanne oder im Ofen, wird der Fisch einfach in der Spülmaschine zubereitet.


Die Spülmaschine funktioniert ähnlich wie ein Dampfgarer. Der Fisch muss vorher nur luftdicht verpackt und zu dem schmutzigen Geschirr gelegt werden. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die konstante Temperatur sorgen dafür, dass der Fisch saftig bleibt. Beim normalen Braten oder Kochen wird es hingegen schnell so heiß, dass der Fisch trocken wird. Außerdem landen die Nährstoffe und Vitamine überwiegend im Bratenfett oder Wasserdampf. Das alles passiert in der Spülmaschine nicht. Ganz im Gegenteil: Die Spülmaschine sorgt angeblich für einen besseren Geschmack, und gleichzeitig auch für ein gutes Gewissen. Wasser und Strom spart man nämlich auch noch damit, weil man den Fisch zum schmutzigen Geschirr legen kann.
Das Ganze klingt zwar verrückt, aber vielversprechend. Eindruck mache ich damit bestimmt. Also kaufe ich ein:


- Lachs-Filets
- Zitronen
- „Flor de Sal mit Limone
- Bio-Dillspitzen
- Rosa Bio-Pfeffer
- Bratschlauch
- Baguette als Beilage


Die Lachs-Filets bestreiche ich zu Beginn ganz klassisch mit gepresstem Zitronensaft und streue etwas „Flor de Sal mit Limone“ darüber. Zu Lachs passt Dill oder Zitronengras sehr gut, ich entscheide mich diesmal für den Dill. Den Fisch verpacke ich anschließend in passend zugeschnittenen Bratschlauch-Stücken. Diese müssen an beiden Enden fest verknotet werden. Dann lege sie einfach zum Geschirr in die Spülmaschine. Das alles geht ganz schnell. Bei unserer kleinen Spülmaschine ist es ein Wunder, dass ich die sieben Lachsfilets überhaupt unterbringe. Ich wähle ein Spülprogramm mit 60-70°C, angeblich kann man den Fisch den gesamten Spülgang drin lassen. 


Nach einer halben Stunde bekomme ich allerdings Panik und unterbreche das Gerät, um einen der Lachse zur Kontrolle zu öffnen. Das stellt sich als der schwierigste Teil dar – ich möchte ja nicht, dass das Spülmittel den Fisch ruiniert. Die halbe Stunde bei dem Spülgang scheint schon auszureichen, der Lachs ist schön rosa und tatsächlich saftig. Vor dem Servieren verfeinere ich den Fisch mit etwas rosa Bio-Pfeffer, der auch optisch einiges hermacht.


Geschmacklich ist der Lachs aus der Spülmaschine gar kein Vergleich zu dem aus Pfanne oder Ofen. Auch die Kollegen sind begeistert. Es lohnt sich auf jeden Fall es selbst auszuprobieren. Bei uns im Büro wird es den Lachs aus der Spülmaschine auf jeden Fall wieder geben.

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